Sandra Euringer
Coaching & Training - Kreativtherapie - Yoga Nidra - Self Care - hub2hub

Über mich

...und die Entstehung eines Ansatzes zum selbstbestimmten und bewussten Leben und Sterben.

Von meinem Hintergrund bin ich Soziologin, Kreativtherapeutin und beschäftige mich seit über 30 Jahren mit Yoga, Meditation und Achtsamkeitstraining.

Vor etwa 9 Jahren hörte ich die Hilferufe meine damaligen Nachbarin Meg. Meg war Mitte achtzig und ich lebete zu der Zeit bereits seit 5 Jahren mit meiner Familie in Australien ... aber außer kurzen Begrüßungen hatten wir in dieser Zeit keinen Austausch gehabt.

Ich fand Meg damals in ihrer Einfahrt auf dem Boden liegend. Ihr Gesicht war schmerzverzehrt und das Erste, das sie damals zu mir sagte war "Bitte ruf nicht den Krankenwagen... ich will nicht im Krankenhaus sterben".

Das war der Beginn einer tiefen Freundschaft. Meg lebte nach ihrem Hüftbruch noch etwa 2 Jahre und in diesen 2 Jahren durfte ich sie begleiten und mit ihr wachsen. Ich wurde mir dabei unzähliger blinder Flecken in Bezug auf den Tod bewusst, ich lernte wie verbindend und wichtig Umarmungen sind und ich stellte mir zum ersten Mal die Frage, was ich konkret tun könnte um mich bewusst auf meinen eigenen Sterbeprozess vorzubereiten... und damit begann die Suche und die Entsehung eines Ansatzes zum bewussten und selbstbestimmten Leben und Sterben.

Zunächst suchte ich nach Literatur, aber es erwies sich sehr schwierig Bücher über die eigene Sterbevorbereitung zu finden. Das tibetische Totenbuch gibt zwar detailierte Anleitungen aber durch die tiefe Verwurzelung in eine andere Glaubenskultur war es nicht das, wonach ich suchte (später fand ich aber auch in der tibetischen Sterbetradition Methoden, die völlig unabghängig von der Glaubenstradition den nicht-medikamentösen Umgang mit Schmerzen und Ängsten unterstützen). Schließlich stieß ich auf die alten Texte von Patanjali (2500 v. Chr.), die eine detailierte Anleitung zur Steigerung der Bewusstseinszuständen und zum Umgang mit schwierigen Lebensphasen geben... und flog für 3 Monate ins indische Himalaya um dort unter Anleitung eines Yogis ein besseres Verständnis für die recht komplex formulierten Zusammenhänge zu bekommen. Ich erinnere mich noch genau wie ich nachts umringt von unterschiedlichen Übersetzungen auf meinem Hotelbett saß und Freudetränen in den Augen hatte... genau danach hatte ich gesucht.

Kurz nachdem ich aus Indien zurück kam, erlitt ich in Australien eine schwere Gehirnerschütterung. Ich hatte große Problem mich zu orientieren, konnte einfache Bedienungsanleitungen wie einen CD Player nicht mehr erinnern und hatte zum ersten Mal in meinem Leben extreme emotionale Schwankungen mit Suizidgedanken... mehr als 2-3 Stunden schlafen konnte ich auch nicht mehr...Teile meiner rechte  Gehirnhälfte fühlten sich einfach taub an... und die Diagnose der Ärzte war damals, dass sich der Zustand nach einem Jahr eventuell bessern könnte aber vielleicht auch nicht.

Auf Anraten einer Freundin probierte ich Yoga Nidra aus... danach schlief ich zum ersten Mal mehr als 4 Stunden am Stück und damit begann meine Phase der Experimente mit Yoga Nidra... Innerhalb von wenigen Wochen hatte sich mein Schlafverhalten wieder stabilisiert, die suizidalen Phasen hatten aufgehört, nur das Taubheitsgefühl in der rechten Gehirnhälfte war noch nicht völlig verschwunden ... und dann stand eine Kiefer OP an und da ich Btäubungsmittel schon lange nicht mehr vertrage, beschloss ich den 70 minütigen Eingriff nur mit einer meiner Yoga Nidra Aufnahmen zu machen... zum Glück hatte ich einen Zahnarzt, der bereit war das Experiment mit mir zu versuchen. Der Eingriff verlief für mich (und den Zahnarzt) völlig entspannt, ich konnte mit ihm via Zeichensprache kommunizieren und hatte keine Schmerzen ... die Krankenschwester umarmte mich am Ende des Eingriffs und meinte sie hätte so etwas noch nicht erlebt... gleichzeitig waren für mich waren während dieser 70 Minuten Dinge passiert, für die ich keine Erklärung hatte. 

Um mehr Verständnis darüber zu bekommen, buchte ich einen einmonatigen Yoga Nidra Teacher Kurs in Indien. Die strukturierte Herangehensweise war hilfreich, allerdings wusste meine Lehrerein auch keine Antworten auf meine Fragen, die ich im Zusammenhang mit der Kiefer Op hatte. Mit der Behandlung von akuten und chronischen Schmerzen hatte sie sich nicht beschäftigt und schon gar nicht mit bewusster Sterbevorbereitung. Aber sie wies mir einen Patienten zu, um den ich mich währedn meines Aufenthaltes kümmern sollte: Swami Giridhara.

Swami Giridhara ist ein körperlich stark behinderter älterer Mann; sein rechter Arm wurde vor 18 Jahren amputiert, auf einem Auge ist er blind, in einem seiner Beine befindet sich nach einem Autounfall eine große Metallplatte, so dass auch das Laufen nur sehr langsam geht... aber sein Denken ist glasklar und er besitzt eine langjährige Erfahrung im Umgang mit seinen Schmerzen und auch der Möglichkeit der Umfokussierung...  die Freundschaft mit ihm auch über die große Entfernung hinweg ist ein wunderbares Geschenk...  und sie hat mir immer wieder gezeigt, dass Verbindung und Wachstum in jeder Lebensphase möglich sind. 

Es scheint mir, als ob der Ansatz im Laufe der Zeit ein Eigenleben entwickelt hat... es kamen immer neue Puzzleteile hinzu und jedes Mal durfte ich daran mitwachsen ... ich lernte selbst loszulassen von allem, was mir bis dahin wichtig gewesen war,... und lernte von einem ich ins wir zu wachsen... und dieses Wir kennt keine Grenzen ... der Tod ist für mich mittlerweile ein wichtiger Teil vom Leben ... aber kein Ende der Verbindung. Diese Erfahrung erleichtert nicht nur den Umgang mit der eigenen Sterblichkeit sondern sie macht aus meiner Sicht eine bewusste Sterbebegleitung erst möglich ... eine Begleitung, in der die Verbindung und das gemeinsame Wachstum im Vordergrund stehen.